Wissenschaftliches und technisches Buch Auf einer Schreibmaschine gibt es selten Probleme. Probleme treten früher auf, wenn das Format für Tabellen zu schmal ist, Formeln den Buchrücken überlappen oder Farbtabellen beim Übergang zu Schwarz unleserlich werden. Daher ist die Produktionsplanung hier wichtiger als bei einem Roman oder einem einfachen Leitfaden. Eine Publikation muss nicht nur im Regal gut aussehen, sondern auch gut lesbar sein, Daten leicht vergleichbar machen und es ermöglichen, ohne Rätselraten zu einer bestimmten Abbildung zurückzukehren.
Der Autor einer Monografie, das Redaktionsteam eines Universitätsverlags und der Hersteller eines technischen Lehrbuchs oder Schulungsmaterials stehen vor ähnlichen Entscheidungen: Format, Papier, Farbschema, Bindung und Layout der Illustrationen. Der Unterschied liegt darin, dass diese Entscheidungen in einem wissenschaftlichen Buch enger miteinander verknüpft sind. Die Umstellung des Formats von B5 auf A5 kann die Überarbeitung aller Tabellen erforderlich machen. Die Wahl von Schwarzweißdruck erfordert eine andere Herangehensweise an die Erstellung von Diagrammen als bei einem Fotoalbum.
Es gibt keine Universallösung für jeden Titel. Dennoch lohnt es sich, einen Plan zu entwickeln, bevor die Datei in Druck geht, da Korrekturen nach dem Satz und dem ersten Druckvorgang teurer sind als fundierte Entscheidungen von Anfang an.
Format eines wissenschaftlichen und technischen Buches
Das Format bestimmt, ob die Tabelle in einem Stück passt und ob die technische Zeichnung lesbar bleibt. In wissenschaftlichen Publikationen und Lehrbüchern wird häufig B5 gewählt., A4 bietet eine breitere Spalte als das herkömmliche A5-Format und eignet sich besser für Fußnoten, Formeln und zweispaltige Layouts. Es ist ideal für Dokumente mit vielen Diagrammen, Karten, Software-Screenshots oder breiten Tabellen. A5 kann für kürzere Texte und Schulungsmaterialien praktisch sein, wird aber bei umfangreicher wissenschaftlicher Ausrüstung schnell zu eng. In der Praxis lohnt es sich nicht, ein Dokument erst in Word auf A4 zu falten und es dann auf das Zielformat zu verkleinern. Skalierung verfälscht Indexgrößen, Abstände in Mustern und Linienstärken in Diagrammen. Es ist besser, von Anfang an mit dem Netzformat zu arbeiten, in dem das Buch gedruckt werden soll, und erst dann das Randraster an dieses Format anzupassen.
Ein Roman verzeiht einen engeren Spaltenabstand, da der Leser dem Textverlauf folgt. Bei einem Fachbuch ist das anders: Das Auge springt zwischen Absätzen, Formeln, Tabellen und Bildunterschriften hin und her. Ist das Format nicht darauf ausgelegt, dreht der Leser den Lautstärkeregler auf oder sucht nach einer Lupe. Bei der Selbstveröffentlichung einer Monografie oder eines Branchenberichts wird diese Entscheidung oft bis zum Schluss aufgeschoben, obwohl sie eigentlich zu den ersten gehören sollte.
Tabellen, Formeln und Abbildungen müssen vor der Erstellung der PDF-Datei geplant werden.
Der zeitaufwändigste Teil bei der Erstellung eines wissenschaftlichen Buches ist nicht der Druck selbst, sondern die Anordnung des Bildmaterials. Tabellen sollten editierbar sein, und nicht als Screenshots eingefügt werden, da diese nach der Formatänderung oft aufgeteilt oder vereinfacht werden müssen. Diagramme und Schaubilder Es ist besser, es als Vektorgrafik vorzubereiten, und Fotos und Karten Raster mit einer Auflösung von ungefähr 300 dpi in der Zielgröße. Unterschriften, Nummerierung und Verweise Der Text muss bereits im Typoskriptstadium konsistent sein, sonst wird der Satz zu einer Suche nach "Abb. 3.2", die nicht vorhanden ist.
Mathematische und chemische Formeln Sie erfordern besondere Aufmerksamkeit, da schlecht verankerte Gleichungen beim Export in PDF unzusammenhängend werden können. Soll ein Buch in Schwarzweiß gedruckt werden, darf die Hierarchie von Diagrammen nicht allein auf Farben basieren. Zwei Datenreihen in ähnlichen Blautönen verschwinden nach der Konvertierung. In einem Fotoalbum ist Farbe dekorativ. In einer wissenschaftlichen Publikation transportiert sie Informationen und bleibt daher entweder im Farbdruck erhalten oder wird durch ein Muster, eine Beschreibung und Kontrast ersetzt.
W Schulungsmaterialien und Firmenbücher Bei technischen Präsentationen tritt dasselbe Problem mit Infografiken und Software-Screenshots auf. Ein Screenshot, der auf einem Monitor gut lesbar ist, verliert seine Beschriftungen, wenn er auf eine B5-Spalte verkleinert wird. Daher müssen Illustrationen für die Zielseitenbreite und nicht für die Breite einer Präsentationsfolie gestaltet werden.
Schwarz, Farbe oder Einsatz
Wissenschaftliche und technische Bücher Schwarzweißdrucke werden am häufigsten verwendet, da Texte, Muster und einfache Strichzeichnungen keinen CMYK-Farbmodus benötigen, was Produktionskosten und -zeit spart. Farbe ist sinnvoll, wenn sie den Inhalt verdeutlicht: Fotos von Vorbereitungen, Karten, Querschnitte, Screenshots von Benutzeroberflächen, Fotos von Arbeitsplätzen oder Diagramme, die in Graustufen nicht präzise wiedergegeben werden können. Der Farbdruck eines ganzen Buches kann bei großen Auflagen teuer sein, daher wird in der Praxis oft ein Kompromiss gefunden: Schwarzweißdruck mit farbigen Einlegern oder einem ausgewählten Seitenblock.
Dieser Kompromiss muss vor dem Layout geplant werden, nicht erst nach der Dateifreigabe. Ein Farbeinsatz verändert die Seitenzahlen, die Position der Bindung bzw. Klebestelle und die PDF-Erstellungsmethode. Sind die Farbillustrationen über das gesamte Buch verteilt, beispielsweise eine pro Kapitel, ist der Einsatz nicht mehr praktikabel. Dann bleibt die Wahl zwischen Vollfarbe und der Umwandlung der Grafiken in Graustufen.
In populärwissenschaftlichen Ratgebern kann Farbe ein Marketinginstrument sein. In technischen Monografien sollte sie funktional sein. Ein Buch mit Laborfotos oder ein Katalog mit technischen Lösungen benötigt fast immer Farbe. Studienhandbücher und interne Schulungsunterlagen heben sich in der Regel mit schwarzer, gut lesbarer Typografie und strapazierfähigem Papier besser ab als mit farbenfrohen Verzierungen.
Welches Papier und welche Seitenränder sollte ich für eine wissenschaftliche Publikation wählen?
Es eignet sich am besten für Texte, Formeln und Tabellen. ungestrichenes Papier, d.h. versetzt, weil es kein Licht reflektiert und sich besser für längere Lesungen und Notizen mit Bleistift eignet. Gewicht 80 g ist ein guter Ausgangspunkt für viele Monographien. Bei starker Beanspruchung ist eine Menge von 90 g eine Überlegung wert., Matte Kreide eignet sich für Lehrbücher oder Schulungsmaterialien, die im Unterricht verwendet werden. Sie kommt zum Einsatz, wenn viele Fotos vorhanden sind und scharfe Details gewünscht werden, ist aber für umfangreiche wissenschaftliche Texte weniger praktisch.
Die Seitenränder eines wissenschaftlichen Buches können nicht von einem E-Book kopiert werden. Die innere Marge ist besonders wichtig, Bei einer Klebebindung ragt ein Teil der Seite in den Buchrücken hinein, und eine dicke Monografie verstärkt diesen Effekt. Ein zu schmaler Bund macht das Layout nach dem Kleben unleserlich, und Tabellen verlieren ihre erste Spalte. Der Außenrand kann etwas breiter sein als bei einem Roman, wenn der Leser Notizen machen soll. In Bibliotheken und Universitäten ist dies nicht dekorativ, sondern funktional.
Bei Fotoalben und Firmenpublikationen liegen die Prioritäten anders: Bildränder und Anschnitt. In wissenschaftlichen Büchern hingegen ist der sichere Abstand des Inhalts zu Beschnitt und Bindung entscheidend. Ränder und Elemente, die bis zum Seitenrand reichen, sollten sparsam eingesetzt werden, da sie beim Beschneiden schief werden und im ohnehin schon dichten Layout unordentlich wirken können.
Bindung, Umfang und Auflage – Entscheidungen, die erst bei der Nutzung deutlich werden.
Dünne Lehrbücher lassen sich heften. Dickere Monografien, Lehrbücher und Fachbücher werden meist geklebt, aber bei größeren Bänden oder häufiger Nutzung empfiehlt sich eine Fadenheftung oder ein Hardcover-Einband. Dabei geht es weniger um Prestige, sondern vielmehr darum, ob sich das Buch problemlos im Kapitel mit Tabellen aufschlagen lässt und ob der Buchrücken dem häufigen Blättern standhält. Schulungsmaterialien, die flach auf dem Tisch liegen sollen, eignen sich manchmal besser für eine Spiralbindung als für eine klassische Klebebindung, auch wenn diese weniger professionell wirkt.
Das Auflagenvolumen beeinflusst die Breite des Buchrückens und somit auch das Coverdesign. Bei wissenschaftlichen Publikationen wird das Cover erst nach Festlegung der Seitenzahl und des Papierformats gestaltet, da bereits wenige Millimeter Abweichung die Position des Titels auf dem Buchrücken verändern. Die Auflage sollte sich zudem an der tatsächlichen Nutzung orientieren. Rezensionsexemplare, Begutachtungsexemplare und Bibliotheksexemplare unterscheiden sich von der Verkaufsauflage. Durch den Druck einer kleinen Anzahl kann ein Testexemplar erstellt werden, bevor eine größere Auflage für eine Universität, ein Unternehmen oder einen Vertrieb produziert wird.
Wie bereitet man eine Datei für den Druck vor?
Für die Produktion wird eine einseitige PDF-Datei benötigt., Die Vorlage muss im bestellten Nettoformat mit eingebetteten Schriften und korrektem Anschnitt an den Rändern der Grafiken eingereicht werden. Das Cover wird separat als ein einzelnes Blatt (Rückseite, Buchrücken und Vorderseite) eingereicht. Leere Seiten werden nicht mit „Leere Seite” gekennzeichnet, sondern bleiben leer. Enthält das Buch farbige Einlagen, muss deren Position genau angegeben werden, vorzugsweise in Seitenreihenfolge, und nicht vage als „nach Kapitel drei” beschrieben werden.
Vor dem Einreichen einer Datei sollten Sie einige Punkte überprüfen, die in wissenschaftlichen Publikationen häufig vorkommen: Liegen die Tabellen innerhalb des Anschnitts? Stimmen die Seitenzahlen mit den Fußnoten überein? Fehlen die kleinen Indizes in den Formeln? Sind schwarze Elemente tatsächlich schwarz und nicht aus vier Farben zusammengesetzt? Die Überprüfung der PDF-Datei als Links-Rechts-Paar zeigt, ob der Bundsteg ausreichend ist. Eine Bildschirmvorschau in Word kann dies nicht ersetzen.
Firmenbroschüre mit technischem Profil und Schulungsmaterial Sie unterliegen denselben Regeln wie eine Monografie, nur der Zweck ist ein anderer. In einer Monografie sind die Geschwindigkeit, mit der man das Diagramm findet, und die Haltbarkeit der Bindung entscheidend. In einem Roman ist ein Satzfehler zwar ärgerlich, in einem wissenschaftlichen Buch kann er aber die Interpretation der Daten verfälschen. Daher ist die Dateiprüfung Teil des Prozesses und keine bloße Formalität am Ende.
Druck von wissenschaftlichen und technischen Büchern Es bedarf eines Plans, bei dem Format, Farben, Papier, Bindung und Dateiformat davon abhängen, wie die Publikation gelesen wird. Tabellen, Formeln und Abbildungen sollten für die Zielseite gestaltet und nicht erst beim Export angepasst werden. Bei Monografien, Handbüchern oder Fachbüchern empfiehlt es sich, zunächst die Produktionsvorbereitungen zu treffen und erst anschließend das Layout festzulegen. Der Preisvergleich verschiedener Varianten oder eines Probeexemplars liefert in der Regel mehr Erkenntnisse als eine weitere Bildschirmkorrektur.
